Evangelische Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall

Gemeindebücherei

Evangelische Kirchengemeinde
Kornelimünster-Zweifall


Öffnungszeiten der Gemeindebücherei

(außer in den Ferien):

Mittwochs, 17.00-18.00 Uhr und während des GemeindeMittwochs
(mittwochs, 14-tägig)

Sonntags, ca. 12.00-12.30 Uhr
(nach den Gottesdiensten)


Aktueller Hinweis:

Die Gemeindebücherei ist z.Zt. geschlossen; bitte beachten Sie dazu den Online-Terminkalender!


Wie kommt man günstig an eine ausreichende Menge Lektüre?
 

Dazu zwei Vorschläge:

  • Sie kommen zum nächsten Büchereiflohmarkt nach dem Gottesdienst. Hier bekommt man für alle Interessenbereiche Lesestoff gegen eine kleine Spende für die Bücherei. Der letzte Flohmarkt fand am 21.06.2020 statt, der Termin für den nächsten Flohmarkt wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben.
     
  • Sie schauen einfach mal wieder in der Bücherei vorbei; sie wurde im vorletzten Jahr neu gestaltet und erweitert (Öffnungszeiten, s.o.) und sehen, was es an interessanten Neuanschaffungen gibt (ganz kostenlos). Ganz gewiss findet sich u.a. in unseren beiden großen Krimiregalen etwas Brauchbares.

Aktuelles

(Stand: 22.01.2021)

Leider musste die Bücherei im letzten Jahr zeitweise coronabedingt geschlossen bleiben. Anfang Dezember versuchten wir durch Ausgabe der Bücher durch die Seitentür eine möglichst kontaktlose Ausleihe, bis wir Ende Dezember durch den zweiten härteren Lockdown erneut ausgebremst wurden.  

Aber auch oder erst recht in Coronazeiten haben wir neue aktuelle Bücher angeschafft. Für uns gehören auch Bücher zum "täglichen Bedarf"!


Zwei Bücher zum Thema "Heimat“ bzw. Verlust von Heimat möchte ich Ihnen ans Herz legen:

Das erste ist "Jahresringe" von Andreas Wagner. Es spielt ganz in unserer Nähe. Die aus Ostpreußen vertriebene Leonore kommt als Jugendliche nach dem Krieg in ein kleines Dorf in der Nähe des Hambacher Forsts und versucht als Evangelische im katholischen Rheinland Fuß zu fassen. Trost findet sie immer wieder bei Aufenthalten im "Bürgewald“.

Vorlage für das Dorfes ist der Ort Lich-Steinstraß, der als erster dem Hambacher Tagebau weichen musste, weil auf seiner Fläche die Abraumhalde Sophienhöhe angelegt wurde. Erzählt wird die Familiengeschichte über drei Generationen. Leonore findet zwar Heimat bei dem Bäcker des Dorfes - wie sie ein Außenseiter.

Als ihr unehelicher Sohn Paul erwachsen ist, müssen sie und ihr Sohn das Dorf verlassen, ihr geliebter Wald ist fast vollständig vernichtet, und sie verliert zum zweiten Mal die mühsam erworbene Heimat.

In der dritten Generation stehen sich ihre Enkel auf verschiedenen Seiten gegenüber. Der Enkel Jan sitzt am Steuer eines riesigen Schaufelradbaggers des Tagebaus, die Enkelin Sarah hat sich den Aktivisten um den Erhalt des Restes des Hambacher Forstes angeschlossen.

Das zweite Buch „Ich bleibe hier“ von Marco Balzano hat in einer anderen Umgebung das gleiche Thema. Wer schon einmal mit dem Auto über den Reschenpass nach Italien gefahren ist, wird ihn kennen: Den im Wasser des Reschensees stehenden Kirchturm, das Einzige, was vom gefluteten südtiroler Dorf Graun übrig geblieben ist.

Zwischen 1939 und 1943 werden die Südtiroler vor die Wahl gestellt, entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Die junge Lehrerin Trina entscheidet sich für ihre Heimat, ihr Dorf. Als die Faschisten ihr verbieten zu unterrichten und Deutsch sowieso in der Schule verboten wird, unterrichtet sie die Kinder der Südtiroler in Kellern und Scheunen.

Die Hoffnung der Dorfbewohner, dass die Planung eines großen Stausees zur Elektrizitätserzeugung über den Krieg in Vergessenheit geraten ist, erfüllt sich nicht,  und trotz des Widerstandes der Dorfbewohner - auch Trinas und ihres Mannes -werden sie enteignet und das Dorf so schnell geflutet, dass einige noch nicht einmal ihr Hab und Gut und ihre Tiere in Sicherheit bringen können.

Außerdem empfehle ich noch "Zugvögel“ von Charlotte McConaghy. Das Buch spielt in einer nicht näher bezeichneten Zukunft, in der der Klimawandel soweit fortgeschritten ist, dass die meisten wilden Tiere verschwunden sind. Der Ornitologin Franny ist es gelungen, in Grönland drei der letzten Küstenseeschwalben mit Sendern auszustatten. Sie will unbedingt verfolgen, ob diese Zugvögel in der Antarktis ankommen und hofft, dort auch noch mehr ihrer Art anzutreffen. Mit der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote verfolgt Franny den Weg der Vögel. Doch je länger die gefahrvolle Reise dauert, um so klarer wird, dass Franny vor etwas auf der Flucht ist.

Der Roman ist lesenswert durch seine faszinierenden Naturbeschreibungen, die tragische Geschichte der jungen Frau wühlt auf, und am Schluss hofft man, dass doch noch nicht alles zu spät ist – für sie, aber auch für die Umwelt.

„Acht Tage im Mai, Die letzte Woche des Dritten Reiches" von Volker Ullrich ist ein Sachbuch, das sich aber wie ein Krimi liest. Hitler ist tot, aber der Krieg noch nicht zu Ende. Alles scheint zum Stillstand zu kommen, aber doch ist alles in atemloser Bewegung.Tag für Tag schildert Volker Ullich in diesem faktenreichen, akribisch recherchierten Buch eine zusammenbrechende Welt voller Dramatik und Gewalt, Hoffnung und Angst. Geschichte so packend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.

Zum Schluss vielleicht noch ein paar Empfehlungen für unsere Krimileser:

Der Dresdner Autor Frank Goldammer hat eine Krimireihe geschrieben, in der der Dresdner Kommissar Max Heller unter verschiedenen historischen Gegebenheiten - Kriegschaos, sowjetische Besatzung und immer stärkere Einflussnahme der SED - versucht Morde aufzuklären. "Der Angstmann“ spielt noch im Dresden vor Ende des Krieges, „Roter Rabe“ in den späten 40er Jahren, „Juni 53" zur Zeit des 17. Juni während des Aufstands, der dann niedergeschlagen wird. Allerdings sind die Krimis nichts für zart besaitete Gemüter.

Auch einen historischen und zugleich lokalen Hintergrund haben die Krimis von Olaf Müller. In „Rurschatten" und "Allerseelenschlacht" gelingt es ihm, mit kurzer humorvoller Sprache Spannung aufzubauen und vor dem Auge des Lesers aus dem Drei-Länder-Eck bekannte Bilder entstehen zu lassen.


Wir wissen noch nicht, wann wir die Bücherei wieder öffnen können, aber wir hoffen, dass es spätestens im März soweit sein könnte. Bitte entnehmen Sie der Presse und der Gemeindewebseite die aktuellen Bestimmungen. Hoffentlich bis bald!

Elke Greven im Namen des Büchereiteams

Ansprechpartnerin
Elke Greven

Tel. 02408-3799
E-Mail