„Wasser schafft Wege“ im Kamerun

Projektbericht der "Ingenieure ohne Grenzen" - Ausführliche Projektdarstellung im Anhang


Sehr geehrte Gemeindeglieder,

wir von der Arbeitsgruppe (AG) Kamerun der Regionalgruppe Aachen von Ingenieure ohne Grenzen möchten uns mit diesem Bericht nochmals ganz herzlich für die großzügige Spende des Presbyteriums für unser Projekt in Kamerun bedanken. Wir möchten gerne berichten, wie es uns bei der Durchführung des Projektes ergangen ist und wie die momentane Lage im Dorf Nkoumissé-Sud aussieht.

2003 gegründet ist Ingenieure ohne Grenzen eine gemeinnützig anerkannte private Hilfsorganisation. Das erklärte Ziel ist eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen. Hierbei wird der Fokus auf eine nachhaltige, partnerschaftliche Unterstützung im Rahmen einer grundbedürfnisorientierten Entwicklungszusammenarbeit gelegt. Durch eine Vermittlung und kooperative Anwendung des technischen und sozialen Wassers, wird die lokale Bevölkerung zur Selbsthilfe befähigt.

Wie sind wir zu dem Projekt gekommen und wie sind wir vorgegangen?

Ziel des Projektes war die Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung von Nkoumissé-Sud durch die Steigerung der Wasserqualität. Die Problematik wurde über den persönlichen Kontakt zu Daniel Bilong an uns herangetragen, einem Priester, der in Nkoumissé-Sud aufgewachsen ist und derzeit in Deutschland lebt. Nkoumissé-Sud hat etwa 1500 Dorfbewohner und liegt ca. 70 km von der Hauptstadt Yaoundé entfernt.  

Was haben wir bei der Erkundung vorgefunden?

Bei der Erkundung 2016 fanden unsere Ausreisenden hauptsächlich offene Wasserquellen, aber auch drei selbstgegrabene Brunnen und Bäche zum Waschen vor - alle mit Fäkalbakterien belastet - aus denen die Dorfbewohner ihr Wasser zum Kochen und Trinken entnahmen.

Zusammen mit den Dorfbewohnern wurde in einem Workshop festgehalten, dass fehlendes sauberes Wasser als  größtes Problem empfunden wird, gefolgt vom schlechten Zustand der Straßen.

Wir haben dann entschieden, den Menschen mit der Etablierung eines ganzheitlichen WASH-Konzepts zu helfen. WASH steht für Wasser, Sanitär und Hygiene und bildet damit drei essenzielle Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Da das primäre Ziel eine Verbesserung der Gesundheit der Menschen ist, ist das Einhalten von Hygieneregeln äußerst wichtig. Nicht zuletzt sieht man das auch bei uns in der aktuellen Corona-Krise. Für den Zugang zu sauberem Wasser haben wir den Bau von Brunnen für das Dorf geplant.

Bei dieser Ausreise lernten wir ESF (Eau Saine Sans Frontières) kennen, die unser lokaler Partner wurden. Mit ihnen sollte in enger Zusammenarbeit Hygieneschulungen mit dem Dorf durchgeführt werden, um alle für diese Thematik zu sensibilisieren.

Ausreise nach Kamerun im Frühjahr 2018 (erste Implementierungsphase)

Bei unserer ersten Implementierungsausreise führten unsere Mitglieder zunächst Workshops mit unserem lokalen Projektpartner ESF zu den Themen WASH, Finanzierung und Planung von  Projekten und Bildung von Netzwerken durch. Des Weiteren lernten unsere Ausreisenden bei dem Aufenthalt in der Hauptstadt Yaoundé die Schweizer Stiftung St. Martin kennen. Sie sind seit 30 Jahren in Kamerun aktiv und haben sehr viel Erfahrung und Expertise im Brunnenbau.

Beim Aufenthalt im Dorf wurden viele Gespräche geführt, um Probleme zu beheben und Fragen zu klären, wie beispielsweise den finanziellen Eigenanteil, den St. Martin von ihnen fordert (ca, 750 Euro). Damit wird die Einbringung der Dorfbewohner gewährleistet und das Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit den Brunnen sichergestellt. Des Weiteren wurde über den Ausbau der Brücken gesprochen, um den Brunnenbau überhaupt erst möglich zu machen. Es wurde vereinbart, dass die Dorfbewohner daran selbstständig weiterarbeiten.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Ausreise war die Vermittlung des Hygienekonzeptes. Hierfür haben wir das „Comité local“, welches sich um verschiedene Aufgaben im Dorf kümmert, intensiv geschult, damit sie unser Hygienekonzept an die restliche Dorfbevölkerung weitertragen.

Im weiteren Verlauf haben wir die Schule besucht, um uns mit Lehrerin und Schülern auszutauschen und haben unser selbstentwickeltes Kartenspiel zur Sensibilisierung zum hygienischen Verhalten übergeben.

Ausreise nach Kamerun Ende des Jahres 2019 (zweite Implementierungsphase)

Bei der zweiten Implementierungsphase unseres Projektes reisten vier Mitglieder unserer Gruppe von Anfang November bis Mitte Dezember aus. Zunächst trafen wir in Yaoundé auf ESF mit denen wir gemeinsam unseren Projektpartner St. Martin besuchten, um unter anderem den von der Bevölkerung aufgebrachten Eigenanteil zu übergeben.

Mit ESF führten wir auch wieder Workshops durch, u.a. zur Bestimmung der Qualität von Wasser. Wir stellten auch erfreut fest, dass sich die Organisation zwischen den beiden Ausreisen deutlich weiterentwickelt hatte.

Im Dorf besuchten wir zunächst die Schule, um uns ein Bild von den Gegebenheiten für den geplanten Toilettenbau zu machen. Dabei leisteten die Dorfbewohner abermals einen großen Anteil, indem sie Baumaterialien wie Sand und Holz beschafften.

Nach einem Treffen mit dem im vorangegangenen Jahr gegründeten Wasserkomitee ging es an die Stelle, an der der erste Brunnen gebaut werden sollte. Leider traf man beim Brunnenbau nach wenigen Metern auf hartes Gestein, sodass der Bau des Brunnens gestoppt wurde und leider nicht wie geplant innerhalb der Ausreise fertig gestellt werden konnte. Der Standort wurde um 100m verlegt und der Brunnenbau erfolgreich abgeschlossen.

Beide Brunnen sind bis Ende Februar 2020 fertiggestellt und eingeweiht worden. Auch die Toilette in der Schule kann mittlerweile genutzt werden.

Somit können wir auf ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt blicken. In den letzten 4 Jahren haben wir den Dorfbewohnern in Nkoumissé-Sud mit folgenden Maßnahmen bessere Lebensbedingungen ermöglichen können:

  • Wissenstransfer an ESF
  • Deutlich verbesserte Wasserversorgung
  • Eine verbesserte Infrastruktur
  • Toiletten an der Schule
  • Sensibilisierung zu den Themen Wasser und Hygiene

Nun bleibt nur noch eine Evaluierung, die voraussichtlich 2021 stattfinden wird.

Ausblick - Neues Projekt in der Tikar-Region in Kamerun

Seit Ende 2019 arbeiten wir bereits an unserem Anschlussprojekt „Water for Social Peace“ in der Tikar-Region in Kamerun, die nördlich der Hauptstadt Yaoundé liegt. Hier möchten wir unsere aus dem vorherigen erfolgreich abgeschlossenen Projekt erworbene Expertise einsetzen und weiteren Menschen helfen.

Die Region bietet viel Potenzial und große Aufgaben. Es handelt sich um eine ca. 10.000 km² große Region, bestehend aus 30 Dörfern, in denen rund 10.000 Menschen unterschiedlicher Ethnien wohnen. So bietet das Projekt die Chance, neben einer Verbesserung der Wasserversorgung, auch soziale Spannungen in der Region abzubauen.

Es handelt sich bei diesem Projekt um eines der Größten, die Ingenieure ohne Grenzen e.V. je durchgeführt hat und wird insgesamt ca. 120.000 € kosten.

Vielen Dank,
Ihre Ingenieure ohne Grenzen aus Aachen


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