Ein neues Dach für das Alte Pastorat - mit aktuellen Bildergalerien

Ein Stück Zweifaller Geschichte wird dank der Stiftung Deutsche Denkmalpflege saniert. Weitere Spender gesucht.

Von Kevin Teichmann

Stolberg Auf den ersten Blick wirkt der alte Gebäudekomplex in Zweifall wie aus einem Guss. Die prächtige evangelische Kirche mitsamt ihrem Pastoratshaus. Tatsächlich fällt bei genauerem Hinsehen aber auf, dass es sich um zwei Gebäude handelt. Das Ungewöhnliche? Das Alte Pastorat gab es zuerst; die Kirche ist ein Anbau. Jetzt wird das Dach des Alten Pastorats erneuert.

Es ist ein Exkurs in die Geschichte Zweifalls nötig, um die Zusammenhänge zu durchblicken. Die erste urkundliche Erwähnung findet der heute südlichste Stadtteil Stolbergs im 13. Jahrhundert. Die Gründung der Evangelischen Gemeinde wird auf 1575 datiert. Keine 60 Jahre nach Luthers Thesenanschlag 1517 schlossen sich Männer und Frauen also zu einer lutherischen Gemeinde zusammen. Gottesdienste fanden zunächst in Privathäusern und im Verborgenen statt.

Die Zahl der Gemeindemitglieder wuchs dennoch stetig. Knapp 80 Jahre nach Gemeindegründung wurde ein um 1650 erbautes Reitmeisterhaus als Bethaus genutzt. Die Gottesdienste fanden allerdings im Dachstuhl statt. Zudem soll es einen geheimen Aufgang hinter dem Haus gegeben haben, damit nicht auffiel, wer das Haus zum evangelischen Gottesdienst betrat. Später sollte besagtes Haus unter dem Namen Altes Pastorat Bekanntheit erlangen. Die Kirche wurde erst 1683 angebaut.

Einer, der sich intensiv mit der Historie beschäftigt hat, ist Dr. Erich Güttler. Der 81-Jährige war ehrenamtlich lange Jahre Baukirchmeister des Presbyteriums. Eigentlich ist er nur noch als helfende Hand im Hintergrund zu finden, doch zuletzt bemühte er sich an vorderster Front darum, Fördergelder für die dringend benötigte Dachsanierung des denkmalgeschützten Alten Pastorats zu beantragen.

Dabei ist die Liste der Mängel lang: Schadstellen im Holz, loses Mauerwerk, Wasserschäden, defekte Verschieferungen und weitere Problemzonen, die die Stabilität gefährden. Die Instandsetzungskosten des in die Jahre gekommenen Dachstuhls sollen 232.000 Euro betragen. „Die Gelder aus der Kirchensteuer allein hätten zwar auch geholfen, aber natürlich ist es leichter, wenn man weitere Töpfe anfragt“, sagt Güttler. Er wurde auf ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) aufmerksam – knapp zwei Wochen vor Fristende.

Der eine oder andere Mitstreiter Güttlers bei den Zweifaller Protestanten erachtete das als ein zu kurzes Zeitfenster, doch Güttler spornte das nur noch mehr an. „Was mich immer im Leben gereizt hat, ist die Frage, ob man etwas schaffen kann. Meine Erkenntnis ist: Man kriegt fast alles hin, manchmal muss man nur die richtigen Leute fragen“, meint Güttler. Er rief bei der DSD an, ließ sich erklären, welche Angaben gemacht werden müssten und klemmte sich hinter das Projekt.

Mit Erfolg: 65.250 Euro stellt die DSD zur Verfügung. Hinzu kommen 50.000 Euro Zuschuss von der Bezirksregierung Köln. Der Restbetrag von 116.750 Euro muss in Eigenleistung erbracht werden. Dabei ist die Kirchengemeinde auch auf Spendengelder angewiesen. Derer sind bislang 41.000 Euro eingegangen. Die Sanierung des Daches soll bis Ende September abgeschlossen sein.

(SZ/SN-Artikel vom 10.07.2020)

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