Evangelische Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall

23.06.2022

Kurse, Cafés, Kinderprogramm

Hilfsangebote und Initiativen der Gemeinden im Kirchenkreis Aachen für Schutzsuchende aus der Ukraine - Ein Überblick

Die entwidmete Gnadenkirche in Setterich wird seit Anfang Mai mietfrei als Notunterkunft für ukrainische Schutzsuchende zur Verfügung gestellt. Foto: Ulrich Schuster

Es ist eine beeindruckende Liste an Hilfsangeboten und Unterstützung für Schutzsuchende aus der Ukraine, die in den verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises Aachen zusammenkommen. Engagement zeigen Grundschulkinder ebenso wie Menschen im Ruhestand. Die Palette reicht von Notunterkünften und tatkräftiger Unterstützung beim Umzug über diverse Sprachkurse bis hin zu niederschwelligen Willkommencafés und anderen Begegnungsangeboten. Manche Initiativen sind schon wenige Wochen nach Kriegsausbruch gestartet, anderes fängt in den Sommerferien an. 

So gibt es in der Kirchengemeinde Roggendorf im Bereich Mechernich bereits seit Ende März in Kooperation mit Gabi Bolender von der Stiftung Eva einmal in der Woche einen Treff für Flüchtlinge aus der Ukraine und seit Mai wird dieses Angebot um ein Sprachkursangebot auf ehrenamtlicher Basis. In den Ferien bietet die Gemeinde parallel zum Treff ein Kinderprogramm an und organisiert einen Ausflug mit ukrainischen Familien in den Wildpark.

Verständigung ist das A und O

In der Christusgemeinde Alsdorf-Würselen-Hoengen-Broichweiden ist der Gemeindeteil Würselen in der Begleitung ukrainischer Flüchtlinge engagiert: Eine vierköpfige Familie ist derzeit in der ehemaligen Küsterwohnung in Würselen untergebracht. Eine Mitarbeitender gibt in den Gemeinderäumen in Würselen Deutschunterricht. Zudem ist die Christusgemeinde Mitglied im Förderkreis Asyl Würselen, der gleichermaßen für ukrainische wie für alle anderen geflüchteten Menschen mit Sprachkursen und Beratungsangeboten Unterstützung bietet.

Auch im Bereich Aachen-Süd, im Einzugsgebiet der Immanuelkirche, gibt es ein Willkommenscafé, das vom „Netzwerk neue Nachbarn“ in Burtscheid gemeinsam mit der Caritas betrieben wird. Im „Netzwerk neue Nachbarn“ koordinieren die christlichen Gemeinden in Burtscheid – Bereich Süd, katholische Pfarre St. Grgeor und die Christusgemeinde als freie evangelische Gemeinde - gemeinsam ihre Flüchtlingsarbeit. Das Angebot eines niedrigsschwelligem Sprachtrainings ist auf gutem Weg, und so ist geplant, das Angebot auch in den Sommerferien durchlaufen zu lassen.

Mitgefühl führt zu Handeln

Jugendreferentin Gabriele Fuhrmann von der Christuskirche in Aachen-Haaren ist noch ganz begeistert vom Engagement einiger Grundschulkinder der Gemeinde: "In Haaren sind in der Turnhalle der Grundschule geflüchtete Familien aus der Ukraine untergebracht. Dies hat einige Grundschulkinder aus unserer Gemeinde motiviert, einen Waffelverkauf zu starten. Danach sind sie an mich herangetreten und wir haben gemeinsam überlegt, wie wir die ukrainischen Familien mit dem Erlös unterstützen können." Das Ergebnis war ein Begegnungsfest mit Hüpfburg, Waffeln, Getränken, Mitmachzirkus und Bastelangebot - alles finanziert durch den Waffelverkauf der Kinder. 
Dank der Unterstützung einer ukrainischen Mutter der Gemeinde waren auch viele geflüchtete Familien aus der Turnhalle gekommen. "Natürlich haben wir alle Familien eingeladen und so sind auch geflüchtete Familien aus dem Irak, Syrien usw. gekommen. Es war ein tolles Fest, das viele begeistert hat. Alle Aktionen waren kostenlos, aber es gab Spendendosen." So kamen am Ende 350 € zusammen, die direkt an eine Initiative gespendet wurden, die davon Medikament und Verbandsmaterial für Menschen in der Ukraine gekauft und dorthin gebracht hat.

Die Kirchengemeinde Baesweiler-Setterich-Siersdorf wiederum überlässt sein Anfang Mai die entwidmete Gnadenkirche in Setterich mietfrei der Stadt Baesweiler, um dort eine Notunterkunft einzurichten. Diese wird komplett vom Deutschen Roten Kreuz betrieben. Es wurden 60 Betten eingerichtet; bisher und derzeit leben dort 17 Ukrainer*innen.
Im ehemaligen Gemeindezentrum Setterich betreibt eine Privatinitiative eine Kleiderkammer für ukrainische Flüchtlinge. Auch im Gemeindezentrum an der Friedenskirche in Baesweiler stehen der Stadt Baesweiler Räumlichkeiten zur Unterbringung von „einem guten Dutzend“ Schutzsuchende zur Verfügung.

Wegen fehlender Resonanz ist es in der Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall leider fraglich, ob sie sich weiterhin engagieren wird. Dort wird seit Ende April jeden Freitag ein Begegnungscafé angeboten, was leider nur einmal von zehn bis zwölf Personen besucht wurde. Obwohl diese sehr interessiert schienen und Hefte zum Deutschlernen mitgenommen haben, kamen sie nicht wieder. Trotz telefonischem Kontakt mit dem Jugendreferenten der Gemeinde, der russisch kann, und mit der zuständigen Sozialarbeiterin, die das Angebot auch positiv sieht, blieben die Besucher*innen aus. Die Gemeinde will das Angebot bis zu den Schulferien aufrechterhalten und im Herbst neu überlegen, was sie anbieten kann. Der Jugendreferent begleitet auf Wunsch zu Wohnungsbesichtigungen.

Großes Angebot in der Lydia-Gemeinde Herzogenrath

Die Flüchtlingsarbeit der Gemeinde besteht zum einen aus einer hauptamtlichen Flüchtlingsberatungsstelle mit sechs Teilzeitkräften, die von der Kirchengemeinde und dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Aachen getragen wird, und zum anderen aus dem ehrenamtlichen Engagement des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe Herzogenrath.
So wurden bereits zwölf Sprachkurse mit rund 95 Teilnehmern initiiert, darunter welche speziell für Kinder, zwei Kurse mit paralleler Kinderbetreuung und ein Angebot für Personen, die überhaupt noch keine lateinische Schrift kennen.  

Es gibt mehrere Treffpunkte in den verschiedenen Bezirken der Gemeinde, z.B. ein Ukraine-Café in Kohlscheid und eine Mutter-Kind-Gruppe im Ev. Familienzentrum in Merkstein. Bestehende Angebote wie das internationale Kochen der Frauen und die internationale Frauengruppe stehen auch für Ukrainerinnen offen. Es gibt ein WhatsApp-Netzwerk für Gastgeber*innen und ein WhatsApp-Netzwerk für die Schutzsuchenden. 
Einheimische Gastgeber*innen können in Austausch-Treffs oder an einer telefonischen Hilfe-Hotline (Tel: 01575/3221714) Unterstützung erhalten. Darüber hinaus gibt es ein Team, das bei Umzügen hilft, und in Gemeindeadressen werden ebenfalls Flüchtlinge untergebracht. Die Beratungsstelle bietet Hilfe für die Behördenabläufe von der Registrierung beim Sozialamt bis zur Anmeldung beim Ausländeramt und im Jobcenter, in Kitas und Schulen. Wenn es gewünscht wird, begleiten Mitarbeitende auch zu Behörden und Ärzten. 

Juliane Siekmann

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