Evangelische Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall

29.05.2024

"Aus dem Glauben heraus mutig handeln"

Pfarrer Christoph Cäsar wurde am vergangenen Sonntag, 26. Mai, in Blankenheim entpflichtet – In seiner Predigt blickt er auf die Zeit in der Gemeinde zurück

Kurz vor dem Gottesdienst ist viel Bewegung um die Evangelische Kirche in Blankenheim herum wahrzunehmen: Familien mit ihren Kindern, Jugendliche aus der Konfiarbeit, Seniorinnen und Senioren, Mitarbeitende der Gemeinde und viele mehr sind gekommen, um mit Pfarrer Christoph Cäsar seinen letzten Gottesdienst vor dem Ruhestand zu feiern. Rund 200 Menschen versammeln sich hierfür im Kirchen- und Gemeinderaum, der bis auf den letzten Platz besetzt ist. Auch einige Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis sind angereist, um ihm bei seiner Entpflichtung durch den Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff ein Segenswort zuzusprechen.

Dass so viele Menschen aus verschiedensten Altersgruppen vor Ort sind, ist kein Wunder, denn Pfarrer Cäsar hat sich nach seiner Zeit als Vikar und Pfarrer im Probedienst  für die Pfarrstelle in Blankenheim entschieden, und ist dort auch bis heute geblieben. In 37 Jahren hat er die Gemeinde in guten, aber auch in schwierigen Zeiten erlebt, hat die Menschen von der Taufe, über die Konfirmation bis hin zur Trauung begleitet, und neue Initiativen auf den Weg gebracht. Der Gottesdienst wurde gemeinsam von den drei Pfarrern der Gemeinde gestaltet. So eröffnete Pfarrerin Susanne Salentin den Gottesdienst, während Pfarrer Michael Stöhr den Sendungsteil gestaltete. Die Predigt hielt Pfarrer Cäsar selbst. Musikalisch wurde der Gottesdienst  zusätzlich vom Chor der Gemeinde und dem Trio Affetusuo.

Die Menschen, durch die sich Jesus zeigt

Dass die letzte Predigt vor dem Ruhestand wesentlich persönlicher ist, als man es von einer üblichen Predigt gewohnt ist, ist zu erwarten. Pfarrer Cäsar sieht dabei zurück auf seinen Werdegang zum und als Pfarrer und besonders all die Menschen, die ihm dabei begegnet sind. Er erzählt von der Diakonieschwester, die ihm als Kind die Bibelgeschichten vorgelesen hat, dem Konfirmationslehrer, der nach dem Krieg wesentlich am Wiederaufbau der Stadtkirche in seinem Heimatort Solingen beteiligt war oder auch seinem Religionslehrer in der Schule. Denn sie waren Personen, die ihn und seinen Glauben schon in jungen Jahren wesentlich geprägt haben. 

Als er dann für sein Studium nach Wuppertal geht, findet er in den Studierendengemeinschaften vor Ort eine neue Basis und lernt auch den jetzigen Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff kennen. Dieser ist schließlich auch derjenige, der Pfarrer Cäsar und seine Frau Elsa, die er während einem seiner Auslandsaufenthalte in Brasilien kennenlernt, traut.
All diese Menschen, die Pfarrer Cäsar über die Jahre immer wieder kennenlernt, sind Menschen, durch die sich Jesus ihm gezeigt habe. Es sind Menschen, die “aus dem Glauben heraus mutig handeln”.

Seit 37 Jahren in Blankenheim

Nach seiner Zeit als Vikar und Probedienstler hat Christoph Cäsar dann die Wahl: Die Gemeinden in Barmen und Blankenheim haben ihm beide nach seiner Probepredigt eine Pfarrstelle angeboten. Er entscheidet sich schlussendlich für Blankenheim, die Nachbargemeinde zu jener, in der sein Studienfreund Pfarrer Bruckhoff tätig ist. Eine Entscheidung, die er auch im Rückblick nicht bereut. Als erster Pfarrer mit Universitätsausbildung, und zweiter Pfarrer überhaupt, in Blankenheim ist er in den folgenden 37 Jahren der Wegweiser für die Gemeinde vor Ort. 

Zur Zeit der Wende gibt er den Zuwandernden aus dem Osten eine neue Heimat in der Gemeinde, und hilft 2016 die Aufnahme von Flüchtlingen zu koordinieren und den Menschen zu helfen. Die Flutkatastrophe 2021 beschreibt er als ein besonders einschneidendes Erlebnis, bei dem er gemeinsam mit dem Kollegen der katholischen Gemeinde versucht, den Menschen wieder Hoffnung zu geben. Aber auch den Werdegang dieser jungen Gemeinde führt er an: Den Ausbau des Gemeindehauses, die Gestaltung der Jugendarbeit ebenso wie die Errichtung der dritten Pfarrstelle, die von Pfarrerin Susanne Salentin besetzt worden ist, begleitet er wegführend. 
 

Doch neben diesen großen Projekten und Prozessen ist es, wie in der Einleitung der Predigt schon angedeutet, vor allem das Zwischenmenschliche, dass diese Jahre prägt: Pfarrer Cäsar fühlt sich dem Ort und den Menschen hier eng verbunden, und erzählt außerdem von der großen Unterstützung, die er von der Gemeinde in schweren persönlichen Zeiten erfahren hat. Den Besucherinnen und Besuchern im Gottesdient wünscht er zum Abschluss der Predigt, dass auch sie “Jesus Christus im Rückblick in ihrem Leben wahrnehmen”.

Gemeinsam von seinem Amt entpflichtet

Die Entpflichtung von Pfarrer Cäsar ist für den Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff, der dieses Jahr auch selbst in den Ruhestand geht, etwas sehr Persönliches. Denn wie schon in der Predigt erzählt, kennen die beiden Pfarrer sich noch aus ihrer Studienzeit und haben dadurch gemeinsam einen langen persönlichen und beruflichen Weg hinter sich. Pfarrer Bruckhoff blickt vor der Entpflichtung auch darauf zurück, und beschreibt Cäsar als einen Menschen, dessen Denken und Handeln stark von seinem Glauben geprägt wird und der immer das große Ganze im Blick hat. So sei es auch dringend nötig, eine offizielle Entpflichtung durchzuführen, um Pfarrer Cäsar seinen Ruhestand zu ermöglichen. Ansonsten sei es für ihn, der sich voll und ganz seiner Aufgabe und Berufung widmet, schwierig, sich von seinem Amt und der Verantwortung zu trennen.

Berührend und persönlich geht es weiter: Bevor es zur eigentlichen Entpflichtung kommt, versammeln sich alle anwesenden Pfarrerinnen und Pfarrer vor der Gemeinde, und sprechen ihm jeweils ein selbstgewähltes biblisches Segensvotum zu. Anschließend werden Christoph und Elsa Cäsar vom Superintendenten entpflichtet. Ab dem 1. Juni heißt es dann “Pfarrer im Ruhestand”. 

Die Gemeinde verabschiedet sich

Im Anschluss an den sehr bewegenden Gottesdienst finden sich alle zum Empfang im Gemeindehaus ein. Es stellt eine Herausforderung dar, die vielen Gäste in dem dafür kleinen Gemeindehaus zu empfangen und zu bewirten, aber gute Planung und viele anpackende Hände haben dies gelingen lassen. In zahlreichen Grußworten aus Kommune, Schule, Kirchenkreis und Gemeinde wurde Pfarrer Cäsar und seiner Frau Elsa für alles Engagement und Herzblut gedankt. Es spricht für sich, dass die letzten Gäste nicht vor 18 Uhr gehen.

Der Evangelische Kirchenkreis Aachen wünscht Pfarrer Christoph Cäsar alles Gute in seinem wohlverdienten Ruhestand.

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