Zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn waren alle Programmhefte ausgegeben. Und noch immer strömten Menschen in die kleine Kirche Vorweiden. Es wurden Stühle geholt und in den Bänken zusammengerückt, aber auch das reichte nicht und schließlich saßen Besucherinnen und Besucher auf der Treppe zur Empore, standen in Nischen und an freien Wänden. Rund 150 Personen wollten persönlich beim letzten hauptamtlichen Gottesdienst von Pfarrerin Dorlis Alders dabei sein.
Diese Fülle zog sich durch den Gottesdienst und den weiteren Nachmittag. Dass Pfarrerin Alders gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit persönlichem Engagement und klarer Haltung an vielen Stellen in der Gemeinde und in Würselen gewirkt, initiiert, begleitet, ermöglicht, verbunden und unterstützt hat, wurde im festlichen Gottesdienst und dem anschließenden Empfang überdeutlich.
Und man nimmt es ihr ab, dass sie auf der 50-Prozent(!)-Pfarrstelle in Broichweiden ihre Quelle lebendigen Wassers gefunden hat. So wie die Samaritanerin in Jesus die Quelle lebendigen Wassers erkennt, nach dessen Trinken einen nie mehr dürstet und ihm nachfolgt. Begegnungen können Leben verändern, doch ein gutes Gespräch braucht Mut und Vertrauen. Dorlis Alders hat viele Leben verändert, manche grundlegend, andere eher im Kleinen: mit ihrem Einsatz beim Kirchenasyl und der Arbeit mit Flüchtlingen, in der Sozial- und Kulturarbeit in der Stadt, bei den Spendensammlungen für Orgel und neues Kirchdach, bei fröhlichen Festen an langen Sommerabenden.
Bei der offiziellen Entpflichtung skizzierte Superintendentin Verena Jantzen kurz den Lebensweg vor Würselen: Aufgewachsen in einem niedersächsischen Pfarrhaus prägten die Arbeit in der Gemeinde und außergemeindliches Engagement für Menschen in Notlagen (Amnesty International) schon immer das Leben von Dorlis Alders. Nach dem Studium in Marburg, Berlin und Heidelberg und verschiedenen beruflichen Stationen in Niedersachsen war nach der Heirat ein Wechsel in die rheinische Landeskirche möglich. 2004 kam das Ehepaar nach Broichweiden – und war gekommen, um zu bleiben (was übrigens auch über den letzten Arbeitstag hinaus gilt).
Die Stadt Würselen verdankt Pfarrerin Alders nicht nur den Förderkreis Asyl, der bereits 2011 auf die menschenunwürdigen Zustände der damaligen Massenunterkunft für Flüchtlinge aufmerksam machte und grundlegende Veränderungen herbeiführte, sondern auch den jährlichen „Tag der Kulturen“, an dem sich mittlerweile rund 50 Vereine und Initiativen jedes Jahr im September einen Tag lang im Stadtgarten präsentieren und gemeinsam friedlich ein buntes Fest feiern. (Keimzelle war die aufwendige Aktion „Engel der Kulturen“, die nach einjähriger Vorbereitung im November 2015 als interkulturelle und interreligiöse Veranstaltung die halbe Stadt auf die Beine brachte).
So war es kein Wunder, dass beim anschließenden Empfang 10 Menschen ein Gruß- und Dankeswort an Pfarrerin Alders richten wollten – und es sich doch nicht nehmen ließen, entgegen den Wünschen der Hauptperson doch das eine oder andere persönliche Geschenk und Erinnerungsstück zu überreichen.
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